Wenn E-Sport auch in der breiten Masse noch populärer werden soll, dann müssen Spiele mehr Features bieten, um das kompetitive Gaming auch für Alltagssportler interessant zu gestalten. League of Legends und Hearthstone haben mit dem Clash Mode beziehungsweise dem Turnier Modus einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht, weil die genannten Modi es einer größeren Zahl an Spielern ermöglichen, dem E-Sport näher zu kommen. Aber sind die beiden Titel eine Ausnahme oder machen auch andere Entwickler Anstalten, den E-Sport zu den Massen zu bringen? Wir haben uns die Situation anhand von Dota 2, Overwatch, CS:GO und dem auf Steam erhältlichen Playerunkown’s Battlegrounds angesehen.

Clash Mode und Turnier Modus

Zuerst jedoch zu den bereits erwähnten Titeln: Riot Games hat Ende 2017 die Beta für den Clash Mode zu League of Legends gestartet, der wohl in Zukunft die Trainer-Workshops für das Spiel dominieren wird. Clash wird ein zeitlich limitierter Modus sein, der den Spielern nur an bestimmten Tagen zur Verfügung steht und offiziell 2018 erscheint. Die Teams spielen in einem K.O. Turnier, das insgesamt drei Tage dauert und am Ende ein großes Finale bietet. Damit wird der Clash Mode deutlich mehr Disziplin erfordern, als eine einfache Runde LoL – und eben zwischen echten E-Sport Turnieren und Casual Play stehen. Aktuell arbeitetRiot Games noch an Details wie der einfacheren Zusammenstellung der Teams und dem Matchmaking – wie wird es zum Beispiel gewichtet, wenn vier Bronze-Spieler und ein Spieler mit Gold-Rang in einem Team spielen? Der Modus offenbart aber jetzt schon großes Potential. Hearthstone’s Turnier Modus schickt sich ebenso an, die regulären Spieler näher an den E-Sport heranzuführen. Die Spieler können dann selbst ihre Online-Turniere gestalten und in ihnen antreten. Inzwischen gibt es über 70 Millionen Hearthstone Spielerweltweit und der Modus sollte die Popularität des Games noch weiter erhöhen.

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Was machen Dota 2, PUBG und Co.?

In Deutschland gibt es laut Statista über 3 Millionen begeisterte E-Sportler, Tendenz steigend. Daher ist es kein Wunder, dass auch andere Games Spielern verstärkt die Möglichkeit bieten, Turniere zu spielen und so E-SportLuft zu schnuppern – oder derartige Modi zumindest in Planung haben. Counter-Strike: Global Offensive bietet – genau wie League of Legends – zum Beispiel den Challenger Mode. Der Modus wurde von der gleichnamigen schwedischen Firma für die beiden Spiele bereitgestellt und bietet Gamern die Möglichkeit, selbst Turniere zu erstellen, eine Daily Ladder zu erklimmen und mit anderen Spielern und Teams an täglichen Turnieren teilzunehmen. Gute Teams schaffen es bis in den Challengermode Stream, ihre Matches werden dann von Pro Castern übertragen und kommentiert. Neben kostenpflichtigen Turnieren gibt es auch die Chance, durch gutes Spiel Preisgelder zu gewinnen – ähnlich wie bei Veranstaltungen wie der ESL, jedoch in kleinerem Rahmen. Gerade durch den möglichen Geldeinsatz ist der Challenger Mode perfekt geeignet, um die Brücke zwischen Casual Gamern und Profi-Sportlern zu schlagen. Bisher war es Nicht-Profispielern nur durch Wetteinsätze möglich, sich auch finanziell an ihren Games zu beteiligen. Dabei sind diese bei großen Turnieren äußerst beliebt – zum Beispiel bei der Intel Grand Slam im Dezember. Wetten bei Seiten wie Betway favorisieren aktuell SK (2,50) vor FaZe (3,80). Dass namhafte Wettanbieter bereits so weit im Voraus Einsätze annehmen zeigt, wie wichtig der E-Sport inzwischen geworden ist.



Während CS:GO also schon sehr gut den leeren Raum zwischen Normalsterblichen und Profis füllt, konzentriert man sich bei Dota 2 mehr darauf, das Spiel einfacher zugänglich zu machen. Erst vor einer Weile wurde der Turbo Mode zum Spiel hinzugefügt, der die teilweise stundenlangen Partien abkürzen soll. Hier entfallen einige zeitraubende Elemente (was bereits bei der Wahl der Helden anfängt), womit die Spieldauer deutlich reduziert wird. Ansonsten sind es vor allem kreative Spielweisen wie der Midas Mode, die Dota 2 so interessant machen. Einen „echten“ Turnier Modus gibt es aber noch nicht – leider aktuell noch eine verpasste Gelegenheit, insbesondere jetzt, wo E-Sport endlich eine anerkannte Sportart werden soll.

An anderer Stelle sieht es komplizierter aus: Für Playerunkown’s Battlegrounds wurden verbesserte Spectator Tools sowie eine neue Developer API angekündigt, mit der E-Sport Betreiber transparenter an Game-Daten gelangen sollen. Dadurch wird es möglich, speziell angepasste Custom-Turnier-Spiele zu erstellen – prinzipiell ein Schritt in die richtige Richtung. Außerdem hat PUBG erst kürzlich den Rekord von über 3 Millionen Spielern gleichzeitig auf Steam geknackt, wie PCGames berichtet. Und bei Overwatch hat sich Blizzard einen Turnier Modus schon vor einiger Zeit auf die Entwickler-Wishlist geschrieben. Es sieht allerdings so aus, als würde das Update erst in fernerer Zukunft erfolgen, da man bereits mit anstehenden Patches und neuen Charakteren ausgelastet ist.

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Fazit

Mit dem Clash Mode und dem Turnier Modus haben League of Legends und Hearthstone, neben Messen wie der Dreamhack und anderen Beispielen, einen wichtigen Schritt gemacht, um den E-Sport auch außerhalb von absoluten Profi-Kreisen noch beliebter werden zu lassen. Andere Games hinken hier teilweise noch hinterher, die Zukunft sieht aber rosig aus: Sowohl bei Overwatch, als auchbei PUBG kann man mit einem noch stärkeren Fokus auf das echte E-Sport Feeling rechnen. Für die Vereinslandschaft sind das gute Nachrichten – denn der E-Sport macht damit einen weiteren Schritt in Richtung Massenmarkt.