Seit einigen Jahren erfreuen sich verschiedene eSport-Disziplinen in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Während die Wettkämpfe am Computer in Ländern wie Südkorea und Japan bereits seit Jahren als echte Massenphänomene bekannt sind, sind vor allem viele europäische Länder erst etwas später auf den Zug aufgesprungen. Mittlerweile gibt es nicht nur einige eSport-Vereine in Deutschland, sondern auch jede Menge Wettbewerbe. Auch der Bekanntheitsgrad des virtuellen Sports steigt immer weiter an. Laut einer Studie wussten 2017 bereits mehr als 50 Prozent der 16–34-jährigen über eSport Bescheid. Insgesamt waren es rund 29 Prozent in allen Altersstufen.

eSports werden in einigen Ländern bereits als Sportart anerkannt und erhalten dadurch nicht nur Förderungen, sondern auch eine stärkere Berichterstattung. Dazu zählt beispielsweise Südkorea, wo viele Wettbewerbe live im Fernsehen übertragen werden. Auch Brasilien und Russland haben eSports bereits als Sportart eingeführt. In Deutschland kämpfen verschiedene eSport-Veranstalter wie der Direktor von ESL, Ralf Reichert, um die Anerkennung als Sportart. Er geht davon aus, dass eSports die größte Sportart der Welt werden wird. Dazu muss der Deutsche Olympische Sportbund jedoch ebenfalls zustimmen. Gründe dafür gibt es genug, denn auch andere Konzentrations- und Denksportarten wie Schach wurden bereits in das Wettkampfregister aufgenommen.

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Professionelle eSportler müssen nicht nur ihr Spiel beherrschen, sondern auch viele anderen Fähigkeiten aufweisen. So müssen sie eine enorm hohe Reaktionsgeschwindigkeit aufweisen und sich über lange Zeiträume konzentrieren können, was ihnen eine starke Ausdauer abverlangt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit müssen eSportler genauso wie andere Spitzensportler auch mentale Stärke zeigen und ihre Umwelt ausblenden. Auch körperliche Skills wie eine gute Hand-Auge-Koordination sind gefragt. Zusätzlich sollen eSportler im Wettkampf bis zu 400 Bewegungen pro Minute mit Tastatur und Maus erreichen und einen Puls ähnlich wie bei einem Marathonlauf haben. Diese Anforderungen machen die Disziplin zu einem idealen Wettkampfsport.

Auch der Markt der Sportwetten hat das Potential von eSports mittlerweile erkannt und sorgt damit für eine noch größere Popularität. Nun besteht das Hauptpublikum der Wettkämpfe nicht mehr nur aus Gamern, sondern auch viele Sportfreunde zeigen großes Interesse an der Möglichkeit, auf eSports zu wetten. Dies funktioniert genauso wie bei traditionellen Sportwetten, da viele Wettbüros eSports bereits in ihr Sortiment aufgenommen haben und die Wettquoten und News online eingesehen werden können. Die Deutschen lieben es, Sportevents durch Wetten noch spannender zu gestalten. Dies zeigt sich auch an den steigenden Umsätzen der Wettbüros. Allein im Jahr 2016 betrugen die gesamten Wetteinsätze im deutschen Sportwettenmarkt gewaltige 6,13 Milliarden Euro. Durch die Wettmöglichkeiten vergrößert sich nicht nur das Zielpublikum des eSports, sondern die Disziplin wird dadurch auch aus Sicht der Medien ernster genommen. Der Weg zur anerkannten Sportart ist dadurch bereits geebnet.

Schon innerhalb weniger Jahre haben eSports die deutsche Sportszene ganz schön aufgemischt und ihren Bekanntheitsgrad immer weiter gesteigert. eSportler werden immer öfter als echte Leistungssportler angesehen, während man ihr Können mit Begeisterung verfolgt. Nur wer genügend Ausdauer, Konzentrationsstärke und Willenskraft hat, dem Druck der Öffentlichkeit standhalten kann und bereit ist, mehrere Stunden täglich zu trainieren, kann sich in dieser sportlichen Disziplin einen Namen machen. Und genau deshalb sind eSportler für uns wahre Sportskanonen!